Abi im Wunderland - 13 Jahre Realitätsverlust

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 „Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet.“ (Der verrückte Hutmacher in „Alice im Wunderland“).

 Als im Sommer 2018 für den diesjährigen Abiturjahrgang die Oberstufenzeit begann, hätte niemand von uns ahnen können, wie schnell das Zitat des Hutmachers aus „Alice im Wunderland“ für uns alle maßgebend werden würde. Doch musste jeder von uns ab März 2020 schnellstens damit beginnen, bereits vor dem Frühstück an sechs unmögliche Dinge zu denken, um Schule und insbesondere das Abitur während einer Pandemie durchzuführen.

 Corona hielt und hält uns noch alle in Atem, aber wie wäre es, wenn wir die allumfassende und beherrschende Pandemie mal beiseite wischen und einen Blick auf die Schulzeit unseres Abiturjahrganges 2021 ohne Corona werfen würden? Was bleibt?

Es bleiben 82 junge Menschen, die hochmotiviert und allen Widrigkeiten zum Trotz den höchsten Schulabschluss der Bundesrepublik Deutschland in Angriff nahmen.

Es bleibt ein erstes Beschnuppern und Kennenlernen in der Integrationswoche … für nicht wenige der frisch gebackenen Oberstufenschüler*innen war dies gleichzeitig der Startschuss für viele neue Freundschaften.

Es bleiben drei unvergessliche Wandertage in der (erweiterten) Region: Der Besuch der Völklinger Hütte im Saarland, die Begehung der Hiwweltour rund um den Bismarckturm in Ingelheim sowie das gemeinsame Erklimmen des Loreleyfelsens in St. Goarshausen.

Es bleiben die Profiltage an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, die den Grundstein für eine gewissenhafte und wissenschaftliche Arbeitsweise legten und eine erste Vorahnung auf die anstehende Studienzeit geben konnten.

Es bleiben unzählige Schulstunden, die geprägt waren von unangekündigten und angekündigten Tests, Herausforderungen und eventuell auch Langeweile, von Filmen – selbst produzierten wie oscarprämierten - , Vertretungsstunden und Mittagspausen, Kartenspielen und Lerngruppen, Austauschen und Sportfesten... Der ganz normale Schulwahnsinn eben!

Es bleibt ein legendäres Elferschießen, das – streng nach Corona-Auflagen – trotzdem zu einer wahren Wasserschlacht wurde.

 Es bleibt aber auch eine etwas andere, doch nicht weniger stimmungsvolle Abiturfeier mit einem Livestream in die Wohnzimmer der Eltern und Großeltern zuhause unter selbst gebastelter Deko in der Aula unserer Schule.

Dass uns eine Pandemie die Kursfahrt klauen sollte, uns die Digitalisierung des Unterrichts, dreiviertelstündliche Handdesinfektionen und Toilettenaufsichten bescheren würde, dass Fremdsprachenunterricht unter Maskeneinfluss nur halb so lustig ist, wie man sich das vorher gedacht hat – alles geschenkt!

An unserer IGS haben am 19. März 82 Schülerinnen und Schüler ihren Schulabschluss feiern können und das allein ist es, das zählt und wichtig ist.

 Lieber Jahrgang, für uns Lehrerinnen und Lehrer werdet ihr nicht als „Corona-Jahrgang“ in Erinnerung bleiben, sondern als der Abiturjahrgang 2021.

Wir entlassen euch in eine Zukunft, die ihr formen und prägen werdet und wir sind zuversichtlich, dass es euch gelingen wird.

Für diese Zukunft wünschen wir euch alles nur erdenklich Gute!  Bleibt gesund, und vor allem: Bleibt immer neugierig!

Euer Heldenteam der IGS Ingelheim

MAC - MEY - LAM - BRU - LEC

 

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